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Kabel- und Rohrabschottungen

Neben den großen und sofort sichtbaren baulichen Trennungen von Brandkomplexen, sind häufig aus betrieblichen Gründen Öffnungen erforderlich, durch die elektrische Kabel, pneumatische Leitungen, sowie Rohre geführt werden müssen.

Damit weder Feuer noch Rauch in andere Räume, Geschosse oder Brandabschnitte gelangen kann, wird die Brandsicherheit der raumabschließenden Bauteile maßgeblich durch diese Durchtritte beeinflusst. Deshalb müssen sie mit geeigneten Vorrichtungen (Bau- und Sonderbauteilen) versehen werden, um die Ausbreitung von Feuer und Rauch gänzlich zu verhindern.

 

Kabelabschottungen
Nach der DIN 4102-9 sind Kabelabschottungen Verschlüsse an Öffnungen in raumabschließenden sowie feuerwiderstandsfähigen Decken und Wänden (DIN 4102-2) zur Durchführung von elektrischen Leitungen.

Elektrische Leitungen sind:

  • ● Kabel und Leitungen mit metallischen Leitern,
  • ● Stromschienen,
  • ● Leitungen mit nichtmetallischen Leitern, z.B. mit Lichtwellenleitern.

Werden die elektrischen Leitungen einzeln und mit ausreichendem Abstand verlegt, so sind keine abschottenden Maßnahmen gegen eine Übertragung von Feuer und Rauch erforderlich. Es genügt, wenn die verbleibenden Öffnungen sachgerecht mit nichtbrennbaren, formbeständigen Baustoffen (z.B. Zementmörtel) verschlossen werden.

Kabelabschottungen können je nach ihrer Konstruktion eine Feuerwiderstandsklasse von S 30 bis S 180 erreichen und dürfen nur in raumabschließende Bauteile mit der gleichen Feuerwiderstandsdauer eingebaut werden. Um den Durchtritt von Feuer und Rauch wirksam zu verhindern, dürfen sie auch im Gebrauchszustand keine durchgehenden Öffnungen aufweisen.

Die Abschottung von Kabeln kann auf verschiedene Arten hergestellt werden. Im wesentlichen unterscheiden sich die Abschottungen in Kabelabschottungen aus:

  • ● Mörtel
  • ● Mineralfaserplatten
  • ● speziellen Schottmassen (z.B. kittförmige Baustoffe)
  • ● kissenförmigen Elementen
  • ● Stopfen oder Blöcken
  • ● Formteilen
  • ● Sonderbauarten (z.B. Sandtrassendurchführung)
  • ● vorgefertigten Elementen für StromschienenMörtel

 

Mörtel
Um eine schnelle Brandausbreitung über bauseits geschaffene Wand- und Deckenöffnungen zu verhindern und den Durchtritt feuerbeständig und rauchgasdicht zu verschließen, eignet sich Mörtelschott ausgezeichnet.

 

Gegebenenfalls empfiehlt sich ein Erweiterungsschutz, bei dem die Kabel und Kabeltragekonstruktionen mit einer Brandschutzbeschichtung versehen werden. Wird die Brandschutzbeschichtung gefordert, so ist Brandschottung2diese jeweils auf beiden Seiten der Abschottung in der Länge auszuführen, wie sie in der Zulassung festgelegt ist.

 

Mörtelschott wird als „Hartschott“ bezeichnet. Die Zusammensetzung der Schottmasse ist beim DIBt schriftlich hinterlegt.

Der Trockenmörtel setzt sich meist aus anorganischen Bindemitteln, Füllstoffen und Leichtzuschlägen zusammen. Dieser Trockenmörtel wird mit Wasser angemischt und kann sowohl manuell als auch, was von der Durchbruchgröße abhängt, maschinell eingebracht werden. Um auch kleine Hohlräume, insbesondere die Zwickel, zwischen den Kabeln, Tragekonstruktionen und dem Mauerwerk zuverlässig zu füllen, ist es erforderlich, dass der Mörtelschott während des Erstarrungsprozesses aufquillt und so die Hohlräume verschließt. Schwindrisse müssen nachbearbeitet werden.Kabelbelegung

Ein häufiger Fehler ist die unsachgemäße Nachbelegung von Materialien verschiedener Hersteller (Siehe nebenstehendes Bild). Werden zudem die Leitungen unzulässig gebündelt und die Zwickel zwischen den Leitungen nicht geschlossen, so führt dies zwangsläufig zu einer deutlichen Minderung des Brand- und Rauchschutzes.

Mineralfaserplatten
Kabelabschottungen aus Mineralfaserplatten bestehen im wesentlichen aus zwei nichtbrennbaren Mineralfaserplatten der Baustoffklasse DIN 4102-A, die mit einer Brandschutzbeschichtung auf der Mineralfaserplatte zu beiden Seiten der Abschottung (gemäß Zulassung) kombiniert ist.

Für den Einbau ist es sehr vorteilhaft, wenn die als „Weichschott“ bezeichneten Mineralfaserplatten formstabil bleiben, sich problemlos zuschneiden lassen und stramm in die Schottöffnung passen. Die Platten sind als Passstücke auf beiden Seiten der Abschottung anzuordnen.

Nach dem Einbau müssen die Zwickel und Hohlräume in Kabelnähe mit loser Mineralwolle ausgestopft werden, die dann mit einer zugelassenen Brandschutzbeschichtung versehen werden.

 

Spezielle Schottmassen
Mit „Speziellen Schottmassen“ werden kittförmige Baustoffe (Schottmasse) bezeichnet, die im Brandfall durch die Brandwärme aufschäumen und so als Kabelabschottung wirken. Ihre brandschutztechnische Eignung ist durch eine eigenständige Zulassung (s.a. VdS 2097-2 Baustoffe) nachzuweisen.

Sie werden entweder von beiden Seiten der Bauteilöffnung in bestimmter Dicke eingebaut oder als Füllung der verbleibenden Bauteilöffnung eingebracht.

Bei einer Nachbelegung von Kabeln können z.B. Keile aus Silikatplatten oder kissenförmige Elemente in der Abschottung angeordnet werdenKissenschott.

 

Kissenschott
Kabelabschottungen aus kissenförmigen Elementen bestehen aus Füllmaterial auf Mineralfaserbasis mit Umhüllung (z.B. Glasfasergewebe).

Der Einbau erfolgt schichtweise (horizontal liegend) sowie gegenseitig versetzt. Durch unterschiedliche Füllmengen können insbesondere die Fugen zwischen Kabeltragekonstruktionen und Öffnungslaibungen, sowie die Zwickel zwischen Kabeln bzw. zwischen Kabeln und Kabeltragekonstruktionen über die gesamte Schottdicke hinweg verstopft und alle durchgeführten Teile dicht umhüllt werden. Dies ist besonders bei Nachbelegungen sehr vorteilhaft.

Um Brandschutzkissen vor unbefugtem Entfernen zu schützen, sind diese zu sichern. Eine Möglichkeit ist die Sicherung mit Maschendraht, der gemäß Zulassung über die Oberfläche der Kabelabschottung gespannt und auf den angrenzenden Bauteilen befestigt wird.

 

Stopfen oder Blöcke
Stopfen und Formblöcke als Kabelabschottung bestehen im wesentlichen aus im Brandfall aufschäumenden Baustoffen, deren Verwendbarkeit durch eine eigene Zulassung (s.a. VdS 2097-2 Baustoffe) nachgewiesen sein muss.

Der Einbau erfolgt durch passgenauen Zuschnitt am Einbauort. Damit die Wirksamkeit zuverlässig erreicht wird, müssen unter Umständen zusätzliche Abdichtungsmaßnahmen durchgeführt werden. Dies geschieht zum Beispiel mit Hilfe einer zugelassenen Dichtungsmasse, die ebenfalls aus einem im Brandfall aufschäumenden Baustoff besteht und dadurch alle Zwischenräume und Fugen verschließt sowie durch Brandbeschichtung der Kabel und Kabelkonstruktionen.

 

Formteile
Die Formteile sind entweder viereckige oder runde Stahlschottrahmen, die in die Öffnung eingebaut oder vor dieser befestigt werden. Die Formteile werden im Werk vorgefertigt und vor Ort, nach Belegung mit Kabeln, mit Dichtungskörpern und Formstücken sowie Pressteilen ausgefüllt.

Jedes einzelne Kabel wird jeweils von zwei passenden, halbschaligen Formstücken (Kabelstücken) dicht umschlossen. Anschließend werden die Fugen zwischen Dichtungskörpern und Formstücken mit Hilfe von Spannvorrichtungen (z.B. Spannplatten, Spannschrauben usw.) zusammengepresst. Dadurch wird die Kabelabschottung meist auch wasser- und gasdicht verschlossen.

Sind Nachbelegungen zu erwarten, so sollten vorsorglich Nullstücke (Blindstücke) eingebaut werden, die bei Bedarf durch Kabel ersetzt werden.

Kabeltragekonstruktionen dürfen weder durch diese Kabelabschottungen geführt noch an ihr befestigt werden. Sie sind so am angrenzenden Bauwerk zu befestigen, dass sie im Brandfall die Abschottung nicht zusätzlich mechanisch beanspruchen.

 

Brandschutz-
Generalübernehmer
Tel. 089/312 02 684

HeiligerFlorian
Das Buch Brandschutz
von Adam Merschbacher,
ist im Verlag Rudolf Müller erschienen: Buch Brandschutz1
Aus dem Inhaltsverzeichnis:

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- Brandschutzkonzept
- Rechnerische
  Feuerwiderstandsdauer
- Gesetze und Richtlinien
- Baulicher Brandschutz
- Rauchwarnmelder
- Rauch- und Wärme-
  abzugsanlagen
- Rettungs- und Fluchtwege
- Datenschutz
- Brandmeldeanlagen
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279 Seiten,
ca. 526 Abbildungen
ISBN 3-481-02054-6
EUR 29,00 einschl. MwSt.